RFID Frequenzen

Ähnlich wie bei einem Radio, das beispielsweise auf MW oder UKW sendet, verwendet ein RFID System ebenfalls Funkwellen zur Kommunikation. RFID Anwendungen sind dabei grundsätzlich mit ISM-Frequenzbändern (aus den Bereichen Industrie, Wissenschaft und Medizin) ausgestattet, um eine gegenseitige Beeinflussung von Funksystemen zu vermeiden. So wird ein ungestörter Datenaustausch garantiert.

Um sich den jeweiligen Anforderungen perfekt anzupassen, arbeiten RFID-Systeme mit verschiedenen Frequenzbereichen. Im Bereich der passiven Anwendungen kann zwischen drei Frequenzbereichen unterschieden werden: Low-Frequency, High-Frequency und Ultra-High Frequency.

tl_files/content/rfid_grundlagen/2b32f65efe.gif

Bitte klicken Sie auf die grünen "Plus-Zeichen", um mehr über die jeweilige Frequenz zu erfahren.

Low Frequency (LF)

Im Bereich der Niedrigfrequenzen von 100 bis 135 KHz liegen die Vorteile bei der kostengünstigen Herstellung und der Flexibilität hinsichtlich der Anwendungsgebiete: Durch die positiven Eigenschaften einer guten Durchdringungsrate (auch durch Wasser oder organische Materialien) und der Unempfindlichkeit gegenüber Metall sowie extremen Temperaturen oder Luftfeuchtigkeit können Low-Frequency-Systeme in vielen Bereichen angewendet werden.

Die Unempfindlichkeit der Systeme prädestiniert vor allem für eine Anwendung in der industriellen Produktion, dort können sie zur systematischen Überwachung und Verfolgung von Aufträgen oder Produktionsteilen eingesetzt werden. Die erlaubte hohe Sendeleistung erweitert zusätzlich den Wirkungsradius des Systems.

High Frequency (HF)

Der mittlere Frequenzbereich von 10-15 MHz verbessert die Reichweite und Übertragungs-
geschwindigkeit der passiven RFID Systeme gegenüber dem niedrigen Frequenzbereich. Durch eine mittlere Datenübertragungsgeschwindigkeit von 26 kBit/s können im HF Bereich größere Datenmengen schneller übertragen werden. Die Anwendungsgebiete sind auch hier vielfältig und erweitern sich zunehmend.

Die auf einer Frequenz von 13,56 MHz arbeitenden Systeme werden zur Objektidentifizierung, für logistisches Warenmanagement, zur Steuerung von Produktionsabläufen, Qualitätssicherung und 
-kontrolle, zur Zeit- und Kostenerfassung und zur Warensicherung eingesetzt. Durch die höhere Taktfrequenz und Übertragungsgeschwindigkeit können außerdem Verschlüsselungsverfahren ermöglicht werden. Langfristig werden sich die Konditionen der RFID-Technologie in diesem Frequenzbereich durch Innovationsprozesse noch weiter verbessern.

Ultra High Frequency (UHF)

Die größte Reichweite erzielen RFID-Systeme im hohen Frequenzbereich von 868 bis 915 MHz. Entsprechend verbessert sich die Übertragungsgeschwindigkeit: Die Datenübertragung zwischen RFID Transponder und Lesegerät im UHF-Bereich findet in der Regel in Echtzeit statt (Vollduplexverfahren). Durch die hohen Herstellungskosten werden UHF Systeme nur bei langlebigen Transponderobjekten eingesetzt. Ein populäres Beispiel für ein Anwendungsgebiet von UHF-Systemen ist die Anwendung bei Maut- oder Güterwagensystemen.

Im Allgemeinen geht mit der zunehmenden Frequenz auch eine Verbesserung der Reichweite sowie der Geschwindigkeit einher. Die Wahl der Frequenz muss dennoch immer in Abhängigkeit von Anwendungsgebiet und Installationsort des RFID Systems entschieden werden.